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Mittwoch, 27.01.2021

News & Meldungen

Jahreswechsel 2021

Wichtige Änderungen in der gesetzlichen Krankenversicherung

02.01.2021·Zum 01.01.2021 sind zahlreiche Änderungen in Kraft getreten, die sich direkt auf die Leistungen und Wahlmöglichkeiten der gesetzlich Krankenversicherten auswirken. Die wichtigsten Änderungen haben wir für Sie zusammengefasst.

Neben dem Kassenwahlrecht und den Zusatzbeiträgen zahlreicher Kassen haben sich auch die Rechenwerte in der Sozialversicherung sowie die danach berechneten Leistungen und individuellen Belastungsgrenzen verändert. Als neue Regel- bzw. Pflichtleistung erhalten gesetzlich Krankenversicherte seit 01.01.2021 zudem eine elektronische Patientenakte (ePA). Digitalisiert werden ab 2021 auch die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und das Rezept.

Neuregelung des Kassenwahlrechts

Mit dem 01.01.2021 sind umfangreiche Änderungen im Kassenwahlrecht in Kraft getreten. Kernpunkte sind die Verkürzung der allgemeinen Bindungsfrist von 18 auf 12 Monate sowie deren Entfall bei einer "passiven" Wahlrechtsausübung. Auch die bisher für den Kassenwechsel notwendige Kündigungsbestätigung der bisherigen Kasse entfällt. Alle Änderungen haben wir jeweils im Themenbeitrag "Ausübung der Kassenwahl" und "Bindungsfrsit" zusammengefasst (vgl. "Box"). Die Zahl der im Rahmen des Kassenwahlrechts wählbaren Kassen hat sich derweil weiter verringert. Zusammengeschlossen haben sich zum Jahreswechsel die "BIG direkt gesund" mit der "actimonda krankenkasse" zur neuen "BIG direkt gesund" und die "Schwenninger Krankenkasse" mit der "Atlas BKK Ahlmann" zur neuen "vivida bkk". Am 01.07.2021 folgt der Zusammenschluss zwischen der "Viactiv Krankenkasse" und der "BKK Achenbach Buschhütten" zur neuen "Viactiv Krankenkasse". Insgesamt werden damit ab Jahresmitte noch 101 Krankenkassen tätig sein (zzgl. der Landwirtschaftlichen Krankenkasse LKK mit einem anderen Beitragssystem).

Zusatzbeiträge der Krankenkassen

Neben dem "durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz", der vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) per Verordnung um 0,2 Punkte auf 1,3 Prozent angehoben wurde, haben zahlreiche Krankenkassen ihren individuellen Zusatzbeitragssatz ab 01.01.2021 erhöht. Eine komplette Liste der neuen Beitragssätze inklusive Vergleichs- und Ersparnisrechner finden Sie im Bereich "Krankenkassen", Thema "Beitragsrechner/-vergleich".

Elektronische Patientenakte (ePA)

Seit 01.01.2021 haben alle gesetzlich Krankenversicherten das Recht auf eine elektronische Patientenakte (ePA). Sie wird von den Krankenkassen kostenlos als App zur Verfügung gestellt. In der ePA können Versicherte ihrem Hausarzt, Fachärzten oder Apothekern erlauben, Patientendaten hochzuladen oder einzusehen. Auch Therapieempfehlungen und Behandlungstermine können gespeichert werden. In einem zweiten Bereich können eigene Gesundheitsdaten, wie z. B. ein Schmerztagebuch abgelegt werden. Die Nutzung der ePA ist freiwillig und muss bei der jeweiligen Krankenkasse beantragt werden. Die Datenhoheit liegt laut Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) beim Versicherten. Nach der Test- und Einführungsphase mit rund 200 ausgewählten Arztpraxen in Berlin und Westfalen-Lippe soll die elektronische Patientenakte im zweiten Quartal 2021 mit ca. 200.000 Leistungserbringern (Arzt- und Zahnarztpraxen, Apotheken, Krankenhäusern und Psychotherapeuten) verbunden werden. Die flächendeckende Vernetzung ist dann für das dritte und vierte Quartal 2021 vorgesehen. Für Privatversicherte folgt die ePA ab 01.01.2022.

Rechengrößen der Sozialversicherung

Aktuelle Übersicht
Wichtige Rechenwerte, die sich turnusmäßig zum Jahreswechsel geändert haben, sind insbesondere die Beitragsbemessungsgrenze (BBG), die Versicherungspflicht- bzw. Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) sowie die Bezugsgröße. Einen umfangreichen Überblick über alle wichtigen Rechengrößen/-werte für das jeweils aktuelle Jahr sowie die Vorjahre erhalten Sie in unserem Themenbeitrag (vgl. Box).

Einführungsphase für E-Rezept startet

Ab Mitte 2021 können Ärzte ihren Patienten Verordnungen über verschreibungspflichtige Arzneimitteln elektronisch bereitstellen (E-Rezept). Über einen QR-Code kann das E-Rezept dann digital per App oder per Ausdruck in der Apotheke eingelöst werden. Ab 2022 ist das E-Rezept bundesweit für gesetzlich Versicherte und apothekenpflichtige Arzneimittel verpflichtend. Versicherte, die kein elektronisches Rezept wünschen, können aber auch weiterhin einen Papierausdruck des E-Rezepts erhalten.

Elektronische AU-Bescheinigung (eAU)

Ab dem 01.10.2021 sollen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von den behandelnden Ärzten nur noch digital an die Krankenkassen übermittelt werden. Der Patient erhält weiterhin eine Papierbescheinigung für sich und seinen Arbeitgeber. Ab dem 01.07.2022 sind die Krankenkassen dann zur elektronischen Weiterleitung der AU-Daten an die Arbeitgeber verpflichtet. Damit entfallen für den Versicherten die Übersendung des Papierdurchschlags an die Krankenkasse und den Arbeitgeber. Für seine eigenen Unterlagen erhält er weiterhin einen Ausdruck.

Beitragsberechnung für Midijobs

In Abhängigkeit zur Entwicklung der gesetzlichen Beitragssätze verändern sich auch die Berechnungsfaktoren für Beiträge im Übergangsbereich für Beschäftigungen mit Entgelten zwischen 450,01 und 1.300,00 Euro pro Monat. Der Midijobrechner von kkdirekt beinhaltet alle Neuregelungen für 2021 und gewährleistet dabei zudem die Rückrechnung für vergangene Abrechnungszeiträume. Der Rechner ist über die Navigation (Bereich "Krankenkassen", Thema "Beitragsrechner") oder über die Domain www.midijobrechner.de zu finden.

Leistungen und individuelle Belastungsgrenzen

Zum 01.01.2021 haben sich neben verschiedenen Leistungen (z. B. Höhe des Krankengeldes) auch die individuellen Belastungsgrenzen für Zuzahlungen und der Eigenanteil bei Zahnersatz verändert.
Belastungsgrenzen 2021
Die Anpassungen folgen den neuen Rechengrößen in der Sozialversicherung und werden in der Rubrik "Pflichtleistungen der Kassen" mit Berechnungsbeispielen erklärt (vgl. Box).

Inanspruchnahme von Heilmitteln

Am 01.01.2021 ist die Neufassung der Heilmittel-Richtlinie in Kraft getreten. Hiernach können Maßnahmen wie Physio-, Ergo-, Sprachtherapie bis zu 28 Tage nach ihrer Verordnung beginnen. Bisher war die Inanspruchnahme binnen 14 Tagen notwendig.


 

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