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Samstag, 23.03.2019

News & Meldungen

Vorstandsbezüge erreichen knapp 50 Millionen Euro

Das verdienen die Chefs der Krankenkassen/-verbände, des MDK und der Ärzteorganisationen

02.03.2019·Nachdem rund 60 Betriebskrankenkassen vorab ihre Vorstandsvergütungen für 2018 veröffentlicht haben, wurden zum Fristablauf am 01.03.2019 auch die Zahlen der Ersatzkassen, Allgemeinen Ortskrankenkassen und Innungskrankenkassen gemeldet. Trotz neuer Spitzenwerte bis 333.717,00 Euro und vereinzelt hoher Steigerungsraten bis über 40 Prozent ist der TOP-Verdiener in der Selbstverwaltung des Gesundheitssystems für 2018 erneut in einem anderen Bereich zu finden.

Schon seit 2004 müssen die Vorstandsbezüge veröffentlicht werden, seit 2013 gilt darüber hinaus ein sogenannter Genehmigungsvorbehalt der jeweiligen Aufsichtsbehörde. Unter die Meldepflicht fallen sowohl die Grundvergütungen (Fixgehalt) als auch die variablen, erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile. Weitere Inhalte sind Aufwendungen für Dienstwagen sowie Regelungen zur Altersvorsorge und im Fall des Ausscheidens aus dem Amt.

47,6 Millionen Euro für Vorstände und Geschäftsführer

In Summe haben Krankenkassen, MDK und Kassen(zahn)ärztliche Vereinigungen im Jahr 2018 alleine für die Vorsitzenden ihrer bis zu dreiköpfigen Vorstände bzw. Geschäftsführungen nach den aktuellen Veröffentlichungen einen Gesamtbetrag von 28,1 Millionen Euro aufgewendet. Auf die Krankenkassen entfallen hierbei 15,32 Millionen Euro, die Kassenverbände 1,48 Millionen Euro, den MDK/MDS 2,47 Millionen Euro, die KBV/KVn 4,80 Millionen Euro und die KZBV/KZVn 4,05 Millionen Euro. Rechnet man die für 2018 veröffentlichten Bezüge aller Mitglieder der Vorstände/Geschäftsführungen zusammen, ergibt sich eine Summe von 47,6 Millionen Euro (Kassen: 20,66 Millionen Euro, Kassenverbände: 1,91 Millionen Euro, MDK/MDS: 3,91 Millionen Euro, KBV/KVn: 11,24 Millionen, KZBV/KZVn: 9,92 Millionen Euro).

Jeweils nicht mitgerechnet sind hierbei die Betriebskrankenkassen ohne Veröffentlichungspflicht (vgl. unten) sowie Nichtmeldungen, z. B. vom IKK e.V. und dem BKK Dachverband.

Aktuelles Ranking nach Krankenkassen

Die TOP-10 der Kassenchefs liegen für 2018 alle über 240.000 Euro, mindestens acht Vorstände erhielten in Summe jeweils über 250.000,00 Euro. Eine vollständige Übersicht aller aktuell von den Krankenkassen veröffentlichten Bezüge für 2018 und die Vorjahre finden meineGKV-Leser inklusive der Veränderungsraten im Thema "Krankenkassen" (vgl. Box). Die Angaben in der Übersicht wurden zur Vergleichbarkeit auf Jahreswerte hochgerechnet, sofern die Veröffentlichung - z. B. durch einen Wechsel im Vorstand - Teilzeiträume beinhaltet. Berücksichtigt wurden Meldungen bis einschließlich 02.03.2018. Die Übersicht der Vorstandsbezüge wird fortgeschrieben und ggf. um Nachmeldungen ergänzt.

Nach den aktuellen Meldungen haben sich 10 Vorstandsvergütungen negativ entwickelt. In ebenfalls 10 Fällen betrug der Zuwachs dagegen mindestens zehn Prozent, in drei Fällen über 20 Prozent (BKK Mobil Oil, BKK 24, WMF BKK) - in der Spitze sogar +42,61 Prozent (WMF BKK). Unterschiede gab es auch bei der Zusammensetzung der Bezüge - nur in 60 Fällen wurde noch ein variabler, erfolgsabhängiger Vergütungsbestandteil gezahlt.

Die Top-Bezüge bei Krankenkassen im Jahr 2018
ab 250.000 Euro (Steigerung zum Vorjahr)

TK: 333.717,00 Euro (+3,00 Prozent)
BARMER: 297.512,00 Euro (+3,00 Prozent)
DAK: 284.500,00 Euro (+5,37 Prozent)
AOK Bayern: 266.553,53 Euro (+2,06 Prozent)
AOK B-W: 260.000,00 Euro (+0,0 Prozent)
IKK classic: 257.563,00 Euro (+3,42 Prozent)
mhplus BKK: 214.154,00 Euro (-17,08 Prozent)*
AOK Nordost: 251.329,45 Euro (+8,45 Prozent)

*) Personalunion mit Metzinger BKK: insgesamt 253.754,00 Euro

Höchste Steigerungsraten:

WMF BKK: +42,61 Prozent (auf 167.348,00 Euro)**
BKK Mobil Oil: +25,96 Prozent (auf 213.800,00 Euro)
BKK24: +24,90 Prozent (auf 158.152,84 Euro)
BKK Public: +18,75 Prozent (auf 11.038,83 Euro)***
BKK TUI: +13,80 Prozent (auf 36.107,76 Euro)***
BKK Textilgruppe Hof: +13,09 Prozent (auf 104.628,00 Euro)
BKK Viactiv: +12,86 Prozent (auf 241.876,30 Euro)
BKK Melitta Plus: +12,34 Prozent (auf 146.904,00 Euro)

**) laut Kasse durch einmalige "Sonderzahlung"
***) Personalunion mit BKK Salzgitter; alle drei Kassen haben denselben Vorstand


BKK teilweise nicht von Meldefplicht betroffen

Von der Pflicht zur Veröffentlichung der Vorstandsbezüge ausgenommen sind Betriebskrankenkassen, deren Personalkosten vom Trägerunternehmen und nicht aus Mitgliedsbeiträgen finanziert werden. Hierzu gehören: BKK Krones, BKK Aesculap, BKK B. Braun Melsungen AG, BKK Deutsche Bank AG, BKK EVM, BKK Grillo Werke, BKK Groz-Beckert, Karl Mayer, BKK Miele, BKK MTU Friedrichshafen GmbH, BMW BKK, Daimler BKK, Merck BKK, BKK Salzgitter, Südzucker BKK.
Fehlende Transparenz: Mehrfacheinkünfte und variable Vergütungen
Mehrfacheinkünfte/Ämterhäufung:

Werden Krankenkassen in Personalunion durch einen gemeinsamen Vorstand vertreten, so wird dessen Vergütung nicht kumuliert, sondern nur für jede Kasse einzeln veröffentlicht. Personalunionen gab es 2018 z. B. zwischen der mhplus BKK und der Metzinger BKK sowie zwischen der BKK Salzgitter und den kleineren BKKn public und TUI. Die hierbei für die kleineren Kassen relativ geringen Bezüge verstehen sich für den Vorstand also in Summe mit der Vergütung der jeweils größeren Kasse - bei der mhplus BKK und der Metzinger BKK also 214.154,00 Euro zzgl. 39.600,00 Euro = zusammen 253.754,00 Euro. Im Ranking der TOP-Verdiener unter den Kassenvorständen (Stand 02.03.2019) rutscht der Vorstand der mhplus BKK damit von Platz 17 auf Platz 5. Zum 01.01.2019 haben die beiden Kassen zur neuen "mhplus BKK" mit rund 567.000 Versicherten fusioniert.

Variable Vergütungsbestandteile:

Einen wesentlichen Teil der Gesamtvergütung können variable Vergütungsbestandteile wie Prämien und Sonderzahlungen ausmachen. So ist die größte Steigerungsrate im Felde (WMF BKK mit +42,61 Prozent) auf eine Sonderzahlung von 50.000,00 Euro zurückzuführen. Welche Ziele zur Auszahlung der variablen Vergütungsbestandteile erreicht werden müssen, bleibt bei der Veröffentlichungspflicht jeweils unberücksichtigt. Nach aktuellem Veröffentlichungsstand erhielten folgende Vorstände im Jahr 2018 die höchsten variablen Vergütungsbestandteile: Audi BKK (66.015,60 Euro), AOK Baden-Württemberg (60.000,00 Euro), Salus BKK (59.627,25 Euro), AOK Nordost (55.000,00 Euro) und AOK Plus (54.096,00 Euro).
Meldepflicht für weitere Organisationen

Die gesetzliche Meldepflicht bezieht sich nicht nur auf Krankenkassen, sondern auch auf andere - mittelbar durch Beitragsgelder finanzierte - Körperschaften und Institutionen des Gesundheitswesens, z. B. die Verbände der Krankenkassen, die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung und des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) sowie die Abrechnungsstellen der Ärzte und Zahnärzte. Folgende Bezüge wurden zum 01.03.2019 für diese Organisationen gemeldet:

Verbände der Krankenkassen
Bezüge der Vorstandschefs/GF 2018 inkl. Steigerungsrate

GKV-Spitzenverband: 258.000,00 Euro (+2,38 Prozent)
AOK BV: 252.072,50 Euro (+3,28 Prozent)
vdek (Ersatzkassen): 214.000,00 Euro (+2,88 Prozent)
BKK Dachverband: keine Angaben bzw. Veröffentlichung
BKK LV Bayern: 217.000,00 Euro (+1,69 Prozent)
BKK LV Mitte: 147.907,50 Euro (+11,0 Prozent)
BKK LV Nordwest: 180.000,00 Euro (+0,0 Prozent)
BKK LV Süd: 208.749,96 Euro (+0,0 Prozent)****
IKK e.V.: keine Angaben bzw. Veröffentlichung

****) Grundvergütung wurde bis 31.03.2018 gemeldet und hochgerechnet

Medizinische Dienste der Krankenversicherung (MDK/MDS)
Bezüge der Geschäftsführer 2018 inkl. Steigerungsrate

Med. Dienst des Spitzenverbandes (MDS): 185.800,00 Euro (+2,57 Prozent)
Baden-Württemberg: 175.789,00 Euro (+2,46 Prozent)
Bayern: 201.891,00 Euro (+2,50 Prozent)
Berlin-Brandenburg: 165.089,00 Euro (+2,54 Prozent)
Bremen: 122.079,00 Euro (+2,50 Prozent)
Hessen: 164.208,83 Euro (+1,60 Prozent)
Mecklenburg-Vorpommern: 149.013,83 Euro (+3,08 Prozent)
Niedersachsen: 101.613,00 Euro (+7,97 Prozent)
Nord: 135.660,00 Euro (+2,0 Prozent)
Nordrhein: 147.257,42 Euro (+8,78 Prozent)
Rheinland-Pfalz (stv. GF da GF vakant): 159.066,04 Euro (+1,70 Prozent)
Saarland: 133.182,82 Euro (+2,21 Prozent)
Sachsen: 146.100,00 Euro (-4,45 Prozent)
Sachsen-Anhalt: 136.371,05 Euro (-5,94 Prozent); GF-Wechsel zum 01.07.
Thüringen: 160.408,46 Euro (+1,50 Prozent)
Westfalen-Lippe: 185.853,54 Euro (+37,49 Prozent)

Ärztevertreter erneut TOP-Verdiener

Innerhalb der Selbstverwaltung des Gesundheitsystems ist für 2018 erneut der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen, der TOP-Verdiener. Gassen übt das Amt seit 01.03.2014 aus. Laut KBV beinhaltet die Gesamtvergütung insgesamt 33.409,83 Euro "Fahrtkosten" als variabler Vergütungsbestandteil. Die Grundvergütung liegt bei 334.000,00 Euro und damit nur noch knapp über der des Vorstandsvorsitzenden der Techniker Krankenkasse (333.717,00 Euro).

Kassenärztliche Vereinigungen (KVn)
Bezüge der Vorstandsvorsitzenden 2018 inkl. Steigerungsrate

Bundesvereinigung (KBV): 367.409,83 Euro (+2,02 Prozent)
Baden-Württemberg: 277.500,00 Euro (+0,0 Prozent)
Bayern: 301.989,20 Euro (+2,86 Prozent)
Berlin: 239.700,00 Euro (+0,02 Prozent)
Brandenburg: 299.875,00 Euro (+5,74 Prozent)
Bremen: 270.820,51 Euro (+2,91 Prozent)
Hamburg: 255.629,34 Euro (-16,24 Prozent); 2017 Sonderzahl. durch VS-Vakanz
Hessen: 262.000,00 Euro (+0,0 Prozent)
Mecklenburg-Vorpommern: 227.564,00 Euro (+19,77 Prozent)
Niedersachsen: 272.500,00 Euro (+0,24 Prozent)
Nordrhein: 264.000,00 Euro (+2,34 Prozent)
Rheinland-Pfalz: 220.000,00 Euro (-0,69 Prozent); ohne Berücks. UrlAbg. 2017
Saarland: 252.000,00 Euro (+0,0 Prozent)
Sachsen: 264.000,00 Euro (+0,0 Prozent)
Sachsen-Anhalt: 262.596,00 Euro (+1,9 Prozent)
Schleswig-Holstein: 254.634,92 Euro (+1,37 Prozent)
Thüringen: 240.000,00 Euro (+1,91 Prozent)
Westfalen-Lippe: 269.000,00 Euro (+5,49 Prozent)

Kassenzahnärztliche Vereinigungen (KZVn)
Bezüge der Vorstandsvorsitzenden 2018 inkl. Steigerungsrate

Bundesvereinigung (KZBV): 315.600,05 Euro (-0,02 Prozent)
Baden-Württemberg: 234.763,00 Euro (+0,0 Prozent)
Bayern: 272.870,52 Euro (+2,97 Prozent)
Berlin: 225.420,00 Euro (+2,0 Prozent)
Brandenburg: 186.000,00 Euro (+0,0 Prozent)
Bremen: 212.976,00 Euro (+2,35 Prozent)
Hamburg: 173.640,00 Euro (+0,0 Prozent)
Hessen: 218.736,00 Euro (+3,20 Prozent)
Mecklenburg-Vorpommern: 198.423,87 Euro (+2,66 Prozent)
Niedersachsen: 230.400,00 Euro (+0,0 Prozent)
Nordrhein: 257.028,00 (+1,55 Prozent)
Rheinland-Pfalz: 266.589,44 (2017 k. A.: vertraglos)
Saarland: 167.000,00 Euro (+0,0 Prozent)
Sachsen: 215.000,00 Euro (+0,0 Prozent)
Sachsen-Anhalt: 223.993,70 Euro (+1,20 Prozent)
Schleswig-Holstein: 193.000,00 Euro (+0,0 Prozent)
Thüringen: 231.707,79 Euro (+0,74 Prozent)
Westfalen-Lippe: 223.930,44 Euro (+3,06 Prozent)

 

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