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Montag, 06.04.2020

Mitteilung

Deutscher Bundestag|24.02.2020

PRESSEMITTEILUNG

Telematik-Schwachstellen nicht akzeptabel

Berlin·Beim Aufbau der Telematikinfrastruktur (TI) haben nach Aussage der Bundesregierung Datenschutz und Datensicherheit Priorität. Daher seien Schwachstellen, wie sie unlängst der Chaos Computer Club (CCC) aufgedeckt habe, nicht akzeptabel, heißt es in der Antwort (19/17218) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/16949) der Grünen-Fraktion.

Der Club habe Schwachstellen in den Ausgabeprozessen für den Heilberufeausweis, den Praxisausweis und die elektronische Gesundheitskarte (eGK) bei den Kartenherausgebern identifiziert. Zu keinem Zeitpunkt seien dabei medizinische Daten gefährdet gewesen, heißt es in der Antwort weiter.

Die Gesellschaft für Telematik (gematik) und die zuständigen Aufsichtsbehörden hätten schnell reagiert und die Ausgabe der Arzt- und Praxisausweise temporär gestoppt. Inzwischen seien die Schwachstellen behoben und die Ausgabe wieder aufgenommen worden.

Der TI-Aufbau befinde sich immer noch in einer frühen Phase. Noch würden keine medizinischen Behandlungsdaten gespeichert. Es sei daher zu begrüßen, wenn Schwachstellen entdeckt und behoben würden.

__ Anmerkung der Redaktion:

Die Antwort der Bundesregierung steht im Widerspruch zu den Ausführungen des CCC, was den Zugriff auf Gesundheitsdaten von Versicherten angeht. So schreibt der CCC hierzu auf seiner Website: "CCC-Sicherheitsforschern ist es gelungen, sich gültige Heilberufsausweise, Praxisausweise, Konnektorkarten und Gesundheitskarten auf die Identitäten Dritter zu verschaffen. Mit diesen Identitäten konnten sie anschließend auf Anwendungen der Telematik-Infrastruktur und Gesundheitsdaten von Versicherten zugreifen. Die Hacker stellten grobe Mängel in den Zugangsprozessen fest, und demonstrieren mit Beispielangriffen, wie sich Kriminelle Identitäten erschleichen können. Im Falle der eGK gelang dies bereits zum wiederholten Male."

Zur Aussage, der TI-Aufbau befinde sich "immer noch in einer frühen Phase": Bereits 2002, also vor knapp 20 Jahren, wurden unter der damaligen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) Pläne zur Telematik im Gesundheitswesen entwickelt (z. B. Speicherung von Gesundheitsdaten auf der elektronischen Gesundheitskarte, Einführung des eRezeptes). Seither wurden mehrere Milliarden Euro aus Beitragsgeldern für den Aufbau der TI ausgegeben.

Weitere Infos zur Telematik-Infrastruktur
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Pressekontakt:

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(montags bis donnerstags 8.30 bis 17.00 Uhr,
freitags 8.30 bis 14.00 Uhr)
Fax: +49 (0)30 227 36001


 

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