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Dienstag, 10.12.2019

News & Meldungen

Akademisierung

Bundestag beschließt Reform der Hebammenausbildung

27.09.2019·Hebammen werden künftig auch in Deutschland in einem dualen Studium ausgebildet. Dies hat der Bundestag am 26.09.2019 nach 2./3. Lesung mit dem Hebammenreformgesetz beschlossen.

Die bestehende duale Ausbildung von Hebammen und Entbindungshelfern an Hebammenschulen wird mit dem "Gesetz zur Reform der Hebammenausbildung und zur Änderung des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (Hebammenreformgesetz, HebRefG)" in ein wissenschaftliches Studium mit hohem Praxisanteil überführt. Vergleichbar einem Bachelor-Studiengang wird das Hebammenstudium sechs bis acht Semester dauern. Ab 2022, so sieht es das Gesetz vor, wird die Ausbildung zur Hebamme damit nur noch an einer Hochschule möglich sein.

Ausbidungsreform zur EU-weiten Anerkennung

In allen EU-Mitgliedsstaaten außer in Deutschland werden Hebammen bereits an Hochschulen ausgebildet. Die Akademisierung der Hebammenausbildung in Deutschland entspricht europäischen Standards und setzt die Berufsanerkennungsrichtlinie der Europäischen Union um. Das, so die Bundesregierung, ermögliche künftigen Hebammen und Entbindungshelfern, überall in Europa in ihrem Beruf arbeiten zu können.

Eine Reform der Ausbildung ist laut Bundesregierung zudem notwendig, weil die Anforderungen an die Geburtshilfe stetig ansteigen. Die Anforderungen auf Grundlage des Hebammenausbildungsgesetzes von 1980 entsprächen nicht mehr dem aktuellen Stand. Eine anspruchsvolle, stärker wissenschaftlich ausgerichtete und gleichzeitig berufsnahe Ausbildung werde die Qualität der Ausbildung verbessern und den Beruf attraktiver machen.

Besitzstand für aktuell tätige Hebammen

Wer bereits Hebamme ist und die "Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Hebamme" besitzt, wird diese Erlaubnis behalten - egal wo und wie die Ausbildung erfolgte. Auch wer derzeit an einer Hebammenschule lernt oder zukünftig seine Ausbildung noch dort beginnt, darf sich sicher sein: Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, ist und bleibt Hebamme.

Wesentliche Inhalte des Hebammenreformgesetzes:

Das duale Hebammenstudium dauert mindestens sechs und höchstens acht Semester.

Es schließt mit einem Bachelor und einer staatlichen Prüfung ab. Der Abschluss ist Voraussetzung, um die Berufsbezeichnung "Hebamme" führen zu dürfen.

Das Studium hat einen hohen Praxisanteil. Praxiseinsätze finden im Krankenhaus und im ambulanten Bereich (z. B. bei einer freiberuflichen Hebamme oder in einem "Geburtshaus") statt.

Die Mindestgesamtstudienzeit beträgt 4.600 Stunden. Davon entfallen jeweils mindestens 2.200 Stunden auf den berufspraktischen Teil und auf die theoretischen und praktischen Lehrveranstaltungen.

Die Studierenden erhalten für die gesamte Dauer des Studiums eine Vergütung.

Zugangsvoraussetzung ist grundsätzlich eine zwölfjährige allgemeine Schulausbildung bzw. eine abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf.

Zudem regelt der Gesetzentwurf, dass die Kranken- und Pflegekassen künftig die Reisekosten für pflegebedürftige Menschen übernehmen, wenn sie den pflegenden Angehörigen zu einer stationären medizinischen Rehabilitation begleiten.

Der Gesetzentwurf bedarf der Zustimmung des Bundesrates. Das Gesetz soll Anfang Januar 2020 in Kraft treten.

 

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