Deutscher Bundestag|17.03.2021

PRESSEMITTEILUNG

Gesundheitsausschuss befasst sich mit Impfstoff-Nebenwirkung

Berlin (kkdp)·Der Gesundheitsausschuss des Bundestages hat sich nach der Aussetzung der Impfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca mit der neuen Lage befasst. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek, erläuterten den Abgeordneten in der Sondersitzung am Mittwoch die Gründe für die Entscheidung.

Spahn sagte, die Ausgangslage habe sich nach Bekanntwerden weiterer Fälle von schweren Nebenwirkungen verändert. Experten hielten einen Zusammenhang zwischen den Impfungen mit dem Mittel von AstraZeneca und den aufgetretenen sogenannten Hirnvenenthrombosen für plausibel. Daraufhin seien die Impfungen mit dem Vakzin vorsorglich ausgesetzt worden. Die Empfehlung des PEI sei dabei maßgeblich. Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) prüfe die Sachlage, sammle weitere Informationen und wolle in Kürze eine Bewertung geben.

Spahn betonte, es gehe auch um das Vertrauen in den Impfstoff und die Pharmakovigilanz, also die Überwachung der Sicherheit von Arzneimitteln. Die Reaktion auf die jetzt aufgetretenen Fälle zeige, dass das Sicherheitsnetz funktioniere. Sollte mit dem hochwirksamen Vakzin von AstraZeneca weiter geimpft werden können, sei eine spezielle Aufklärung und Information der Patienten sinnvoll.

Cichutek sprach von bislang acht gemeldeten Fällen mit schweren Hirnvenenthrombosen in Deutschland, darunter drei Todesfälle. Betroffen seien jüngere Menschen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren, zumeist Frauen. Auffällig sei, dass die Thrombosen erst vier bis 16 Tage nach der Impfung aufgetreten seien. Es gebe insgesamt ein charakteristisches Muster.

Die Analyse habe ein Risikosignal aufgezeigt, dies habe zu der Empfehlung geführt, die Impfungen mit dem Mittel auszusetzen. Solche Nebenwirkungen mit dem Impfstoff sind nach Angaben von Cichutek auch in anderen Ländern aufgetreten. Es gebe ein noch höheres Risikosignal in Norwegen. Weitere Einzelfälle seien etwa aus Spanien und Großbritannien gemeldet worden.

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